Corlando, Hufkrebs oder doch nicht?

Hufkrebs blutend

Dies ist der rechte Hinterhuf von Corlando. Und hier scheint es sich um einen echten Hufkrebs zu handeln. Das einzige, was fehlt, ist die blumenkohlartige Oberfläche, aber alles andere, was einen Hufkrebs beschreibt, ist zu finden. Es war ja dieses Frühjahr sehr sehr trocken. Beim Schneiden tauchten da diese weißen, von der Besitzerin als weiße Pflaumen bezeichneten, Bereiche auf. Die sind matschig, nässen, aus deren Rändern fließt ein stinkendes Sekret und die beginnen bei schon leichter Berührung zu bluten. Es ist auf dem Foto übrigens kein Wasser benutzt worden, das was so feucht aussieht, ist alles aus der Oberfläche der weißen Pflaumen als sirupartige, transparente, farblose Flüßigkeit ausgetreten.

Hufkrebs nach Ausschneiden

Hier habe ich aufgehört. Weiter habe ich mich nicht getraut, obwohl noch weiter geschnitten hätte werden müssen. Aber wenn mir der Kreislauf wegsackt, hat es keinen Sinn. Der Tierarzt war einen Tag später der gleichen Meinung, es handele sich um Hufkrebs, und warum ich nicht weiter geschnitten hätte. Die Besitzerin hat mir erzählt, ihre Mutter habe da so ein Wundermittelchen für dies und das, und das könne bestimmt helfen, und die Besitzerin wolle das mal ausprobieren, und mal schauen, was sich in den nächsten Wochen tut. Die beiden Fotos entstanden am 19.05.11

Hufkrebs drei Wochen nach dem letzten Ausschneiden

Es ist der 08.06.11, also etwa drei Wochen später. Naja, dachte ich so bei mir. Wirklich gesund sieht das noch nicht aus. Erst mal schneiden, und nachschauen, dabei hätte ich fast vergessen, dieses Foto zu machen. Aber nach blumenkohlartigen Wucherungen sieht es auch wieder nicht aus.

Hufkrebs drei Wochen nach dem letzten Ausschneiden, jetzt nach dem Ausschneiden heute.

OK, der Strahl ist sehr verstümmelt, aber der wächst ja wieder. Erst einmal war ich froh, dass keine tiefen Furchen und Taschen mehr da sind, ein kleiner Rest einer Tasche zeigt sich noch in der medialen Strahlfurche, hier links im Bild. Des weiteren war ich froh, dass es nicht geblutet hat. Und ich war erstaunt, dass die beiden weißen Pflaumen sich so stark zurück gebildet haben, und wieder mit festem Strahlhorn überzogen sind. Gut, man erkennt noch, dass einige Millimeter in der Tiefe das weiße, veränderte Gewebe durchscheint, aber es scheint sich zu normalisieren.
Das Wundermittelchen der Besitzerin scheint geholfen zu haben, ich habe nicht damit gerechnet, dass sich der Strahl so gut regeneriert hat. Mein Interesse für dieses Mittelchen, von dem ich vorher schon gelesen habe, ist nun geweckt, ich experimentiere damit nun im Selbstversuch herum, bevor ich damit an andere Pferde gehe.

Keine Ahnung, ob das nun Hufkrebs war, oder nicht. Dieses Erscheinungsbild kam dem, was ich aus der Literatur und von Fotos her kenne, was man als Hufkrebs bezeichnet, am nächsten; vor allem, die Schmerzempfindlichkeit beim Berühren, und die Neigung zum sofortigen Bluten. Wie auch immer, man bekommt es in den Griff, und das in vergleichsweise kurzer Zeit, einige Wochen genügen.